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"I'm a Rockstar!" - Robbie Williams zeigte grandiose Show

Für ein Konzert von Robbie Williams kann es eigentlich nur ein Eröffnungslied geben. Und der 29-Jährige tat den rund 60.000 begeisterten Fans, die bereits in Jubelstürme ausbrachen, wenn der in Newcastle geborene Popstar lediglich in einem Clip auf dem Videowürfel zu sehen war, bei seinen beiden Konzerten am 13. und 14. Juli in der Arena AufSchalke den Gefallen: Nachdem Williams aus gut 15 Metern Höhe á la Houdini an einem Seil auf die Bühne herunter geschwebt war, eröffnete er mit "Let Me Entertain You" eröffnete er eine atemberaubende gut zweistündige Show. Gleich zu Anfang formulierte er seinen Schlachtruf für den Rest des Abends: "I'm a Rockstar!"

Was natürlich, wie immer bei Robbie, höchstens die halbe Wahrheit war. Selbstverständlich warf sich Williams in die entsprechenden Posen, kommandierte eine ganze Abteilung ebenso adretter wie gut ausgebildeter Tänzerinnen, doch immer wieder durchbrach er augenzwinkernd diese Rolle, beklagte sich etwa mit gespielter Enttäuschung, dass er ja bei keiner der Damen landen könne und abends allein im Hotelzimmer einschlafe. Noch stärker denn als Rockstar wurde Williams seiner Rolle als Entertainer gerecht.

Regelmäßig suchte er den Dialog mit dem Publikum. Die Stichworte für die kleinen Wortgefechte waren zwar an beiden Abenden gleich, doch - und damit hebt er sich entscheidend von vielen anderen Popstars ab - aus der Ausgangssituation improvisierte Robbie Williams stets neue witzige Szenen. So ließ er seine Abneigung gegen Autogramme durchblicken, als er die ihm hingehaltenen Karten mal mit "Craig David", mal mit "Liam Gallagher" unterschrieb. In beiden Auftritten variierte er die Geschichte vom traurigen Weihnachtstag (allein mit dem Mitbewohner ohne Freundinnen), die "One For My Baby" von Frank Sinatra einleitete.

Besonders hörenswert fielen seine Monologe zum Thema Drogen aus. Mit diesen sammelte Williams nach seinem Ausstieg bei "Take That" schlechte Erfahrungen gesammelt und machte daraus nie ein Geheimnis. So besucht er seit einigen Jahren Sitzungen der "Anonymen Alkoholiker". Allzu moralinsaures Predigen über die daraus resultierenden Gefahren ist jedoch die Williams' Sache nicht. Und so imitierte der Engländer den Zeigefinger erhebenden Tonfall und riet "allen unter 15-Jährigen" folgendes: "Nehmt nur Drogen, wenn ihr sie wirklich mögt. Und passt immer auf, wo ihr sie versteckt habt. Sie sind nämlich wirklich teuer..." Besonders bissig reagierte Williams bei seinem Auftritt am Montag, als den Buhrufen zum Thema Drogen, Jubel beim Wort Alkohol folgte. "Drogen buh, Alkohol yeah!" feuerte er immer wieder gallig die lautstarke Doppelmoral seiner Fans an, die ihm bereitwillig antworteten.

Aber nur an dieser Stelle wählte Williams die Waffe des Sarkasmus. Viel häufiger hörte man sanfte Ironie und ab und zu bewies Robbie, dass er auch charmant sein kann. So widmete er jeweils einem jungen Ehepaar seine Ballade "She's The One". Nur einmal war sogar Robbie Williams sprachlos: Als er die Zuschauer aufforderte, ein deutsches Lied zu singen, schmetterten Tausende von Rheinländern den Karnevalshit "Viva Colonia". "Ich hoffe, das bedeutet etwas Gutes", staunte Williams sichtlich verblüfft und beeindruckt.

Gepaart mit einem höchst ausgeklügelten Bühnenbild, in dem sich mal Raubkatzen bewegten, mal der Superstar selbst in Flammen aufging, entstand so eine Show, die die Besucher von einem Begeisterungssturm in den nächsten schickte. Derart angetan von den Anhängern ließ es sich Robbie Williams beim zweiten Konzert am Montag nicht nehmen, eine "Punkversion" des "Take That"-Hits "Back For Good" zum Besten zu geben. Es war der würdige Abschluss zweier unvergesslicher Konzerte.

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