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Springsteen bekam leuchtende Augen
Mit 53 Jahren so fit und dynamisch sein, so jugendlich aussehen wie Bruce Springsteen: Der männliche Anteil der 55.000 Zuschauer in der Arena AufSchalke hätte durchaus Grund gehabt, neidisch auf den berühmten Gast aus Übersee zu sein. Doch solche Emotionen kamen Auftritt des US-Rockstars am 22. Mai 2003 in der multifunktionalen Spielstätte zu keinem Zeitpunkt auf. Denn "Bruuuce", wie ihn seine Anhänger seit Jahrzehnten feiern, ist das geblieben, was ihm zu seiner weltweiten Popularität verholfen hat: Ein sympathischer, spielfreudiger Rock'n Roller. Dies unterstrich Springsteen bei seinem mitreißenden rund dreistündigen Auftritt in der multifunktionalen Spielstätte.
Mit dem den bei den Terroranschlägen des 11. September ums Leben gekommenen New Yorker Feuerwehrleuten gewidmeten "The Rising" eröffnete Springsteen seinen Gig und wurde von der ersten Minute seinem Ruf gerecht. Gemeinsam mit der Originalbesetzung seiner berühmten E-Street Band legte er ein Tempo vor, dass jedem Fußballspiel zur Ehre gereicht hätte. Zwei riesige Videowände sorgten dafür, dass den Zuschauern nichts entging. Bruce Springsteen vermittelte dabei zu jeder Sekunde den Eindruck, dass auch nach Jahrzehnten nur ganz wenig Routine, aber unverändert viel Spaß ist.
Natürlich halfen auch ein paar einstudierte Sätze auf deutsch ("Guten Abend ihr alle!"), um das Eis noch schneller zu brechen. Springsteens Eingeständnis, geographisch nicht ganz im Bild zu sein. ("Guten Abend in Gelsenkirchen - wo immer das ist") sollten weniger die Gastgeber düpieren, als vielmehr das eigene Unwissen selbstironisch karikieren, denn schon wenig später stellte der Umjubelte fest: "Gelsenkirchen wunderbar!"
Es bedurfte auch nur einer freundlichen Aufforderung des Hauptdarstellers - "Let's go Schalkiii!" -, um die gesamte Arena endgültig von ihren Sitzen zu holen, tanzen und feiern zu lassen. Die riss dabei umgekehrt immer wieder die Musiker mit. So verwandelten sich Ränge und Innenraum bei "Waiting On A Sunny Day" in ein hin und her wogendes Meer von über 100.000 Händen. Zu "Badlands" steuerte die Arena einen eigenen Chorus bei, den sie noch minutenlang sang, als die E-Street Band den Song eigentlich bereits beendet hatte: Bruce Springsteen dankte es mit leuchtenden Augen.
Wenig später verwandelte sich der US-Rocker augenzwinkernd in einen wortgewaltigen Prediger, der mit gespieltem Pathos die Bedingungen für eine rauschende Party abklärte: "Die Musik muss stimmen, der Rhythmus muss stimmen - und alle müssen sich von ihren Hintern erheben!" Was sich die 55.000 Besucher nicht zweimal sagen ließen. In höchstem Tempo ging es über Hits wie "Out In The Streets" oder "Born To Run" weiter, so dass Springsteens Ansage in der Nachspielzeit "I got to go home to my Hotelzimmer" natürlich weitere Zugaben folgten. An diesem Abend war "Boss Time", bis einer seiner größten Hits "Dancing In The Dark" das Konzert weit nach 23 Uhr beschloss. Dass zu diesem Zeitpunkt die Arena so hell erleuchtet war wie bei einem Spiel des FC Schalke 04, entsprach übrigens einem ausdrücklichen Wunsch der Musiker.
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