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"PUR klassisch" begeistert knapp 200.000 Menschen

Knapp 200.000 Menschen strömten an drei Tagen in die Arena. Dieses Kunststück vollbrachten nicht etwa Robbie Williams, Herbert Grönemeyer oder Bon Jovi. Fünf Jungs aus dem schwäbischen Bietigheim füllten Anfang September dreimal die multifunktionale Spielstätte. Zusammen mit dem "German Pops Orchestra" bewiesen PUR erneut eindrucksvoll, warum das Quintett die erfolgreichste deutsche Pop-Band ist.

Der Veranstaltungs-Olymp im Ruhrgebiet ist den Schwaben richtig ans Herz gewachsen. Sie weihten vor drei Jahren die Arena ein, spielten 2002 beim Benefizspiel der Bundesliga zugunsten der Opfer der Flutkatastrophe, durften bei der Feier zum 100-jährigen Vereinsbestehen des FC Schalke 04 im Mai 2004 natürlich nicht fehlen und schauten vom 2. bis 4. September erneut in ihrem "Wohnzimmer" vorbei. Vor allem Frontmann Hartmut Engler war anzumerken, dass ihm die Stimmung mitten im Pott richtig unter die Haut ging.

Bereits nach dem zweiten Lied "Immer noch da" war der Sänger richtig gerührt. "Das ist Wahnsinn", hauchte er durchs Mikro. Hartmut war zu Hause. Und die Gäste erlebten einen Abend voller Harmonie, Seligkeit und Gemeinschaft.

Für den vierten Stopp in der Arena hatte sich die Band etwas Besonderes einfallen lassen. Sie wurde von einem 40 Musiker starken klassischen Orchester begleitet. Monatelang hatte PUR-Mastermind Ingo Reidl, der fast alle Melodien schreibt, an diesem Projekt gearbeitet. Die Bemühungen zahlten sich aus: Unter der Leitung des Dirigenten Bernd Ruf waren die Arrangements gelungen, das Zusammenspiel zwischen PUR und dem "German Pops Orchestra" klappte.

Besonders stimmungsvoll wurde es, als Hartmut Engler begleitet von den klassischen Instrumenten den PUR-Klassiker "Wenn sie diesen Tango hört" anstimmte. Ein Meer von Feierzeugen gab der Szenerie einen eindrucksvollen Rahmen, und noch lange nachdem die letzte Geige verstummt war, hob das Publikum immer wieder an: "Wenn sie diesen Tango hört, vergisst sie die Zeit, wie sie jetzt lebt, ist weit, weit entfernt wie ein längst verglühter Stern ..."

Die Interaktion zwischen Engler und den Zuschauern ist sicherlich neben den eingängigen Melodien und den ungewöhnlichen Texten das Geheimrezept von PUR. Das wurde auch wieder auf Schalke deutlich: Der Mann mit dem weißen Hemd, den schwarzen Jeans und dem quadratischen Igel-Schnitt sang nicht nur, vielmehr dirigierte er die Bewohner des "Abenteuer-Landes". Aus dem Ohrwurm "Funkenperlenaugen" wurde beispielsweise ein Kanon, und Engler stieg beim Zuschauer-Gesang "Oh, wie ist das schön" freudig ein.

Engler trat auch in der Arena gerne mal in den Hintergrund: So durfte Fools Garden ihren Welthit "Lemon Tree" intonieren, und Heinz-Rudolf Kunze wurde von ihm als "der beste deutsche Song-Schreiber" angekündigt. Dass beim HRK-Meisterwerk "Dein ist mein ganzes Herz" die ganze Arena mitging, störte ihn nicht im Geringsten. Er gönnte dem Kollegen die Ovationen.

Es menschelte gewaltig im riesigen Rund. "Mein Freund Rüdi", ein behinderter Junge, hüpfte bei seinem Lied zusammen mit Engler über die Mittelbühne, und zusammen mit seiner Partnerin, der schweizer Sängerin Nubya, veranstaltete der PUR-Frontmann einen Gesangswettstreit zwischen Männlein und Weiblein. Während der knapp von den Frauen für sich entschieden wurde, standen nach drei Tagen "PUR klassisch in der Arena" die Sieger eindeutig fest: fünf Jungs aus Bietigheim, das "German Pops Orchestra" und knapp 200.000 restlos begeisterte Zuschauer.

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