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Carmen: Arena bestätigt Ruf als größte Opernbühne der Welt
Eindrucksvolle Bilder, erstklassige Stimmen und traumhaft schöne Musik: Die Oper "Carmen" verzauberte am 6. September 2003 rund 32.000 Zuschauer in der Arena AufSchalke. Wieder einmal war es der Produktionsfirma Companions gelungen, auf der mit 12.000 qm größten Opernbühne der Welt in der multifunktionalen Spielstätte ein kulturelles Erlebnis der besonderen Art zu präsentieren.
Bereits vor zwei Jahren hatten die Niederländer mit der Inszenierung von Verdis "Aida" bewiesen, dass die Arena weit mehr ist als ein Fußballtempel. Somit lag die Messlatte für "Carmen" entsprechend hoch. Diese wurde jedoch den Erwartungen mehr als gerecht. Die Umsetzung der tragischen Liebesgeschichte um die Zigeunerin Carmen übertraf dank des erfolgreichen Spagates zwischen einem zirzensischen Spektakel und hohem künstlerischen Anspruch sogar die "Aida"-Aufführung.
Regisseurin Gemma van Zeventer setzte auf ein akzentuiertes, nicht aufdringlich wirkendes Bühnenbild, dem durch erstklassige Solisten und beeindruckenden Special Effects pulsierendes spanisches Leben eingehaucht wurde. Die Kulisse war überwältigend. Kutschen, die über Sevillas Marktplatz paradierten, ein originalgetreuer Brunnen aus dem 19. Jahrhundert, krachende Gewehrsalven, über 400 Statisten, 300 Tonnen Sand und gelungene Video-Projektionen, die Liebe, Rache und Mord symbolisierten, ließen die Besucher nicht mehr los. Bei all der andalusischen Authentizität war es für die Musiker und Sänger nicht leicht, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Doch es gelang ihnen.
Unter der Leitung von Dirigent Johannes Wildner schuf die neue Philharmonie Westfalen einen farbenfrohen und unvergesslichen Klangteppich, auf dem die Darsteller glänzen konnten. Das Orchester verzichtete zusammen mit dem tschechischen Festival-Chor "Vox Pragae" und einem Gelsenkirchener Kinderchor auf bombastische Effekte und trug so zu einer detailgetreuen Darstellung der musikalischen Vorlage bei.
Das Ensemble der Solisten, das von der niederländischen Produktionsfirma klug ausgewählt wurde, zeigte von Anfang an seine internationale Klasse. Hermine May sang nicht nur die Carmen, sie lebte eine Person voller Leidenschaft und innerer Zerrissenheit. Ihr Mezzo entwickelte eine dramatische Kraft.
Hinter dieser Performance stand Bojidar Nikolov keinen Deut zurück. Sein Don José entwickelte sich als der verwirrte Charakter, der nicht stark genug ist, um bei der treuen Micaela - imponierend intoniert von Althea-Maria Papoulia - zu bleiben. Auch Johannes von Duisburg (Escamillo), Alexandra Rivas (Mercedes), Rainer Zaun (Zuniga) und Olatz Saitua (Frasquita) glänzten unter der klugen Regie von Gemma van Zeventer.
Am Ende bedankte sich das Publikum für einen tollen Abend und eine fantastische Aufführung mit minutenlangem Beifall. Schalkes Präsident Gerhard Rehberg zeigte sich von der vierstündigen Aufführung begeistert: "Ich bin kein Opern-Experte, aber diese Carmen hat mich beeindruckt und bewegt. Wir wollen diesen künstlerischen Seitensprung in der Arena auch künftig wagen."
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